Über mich

Ich wurde in einer Genossenschaft im Kanton Zürich von einer Schweizer Mutter und einem Griechischen Vater aufgezogen. Meine Verbindung zur zweiten Heimat ist so stark, dass ich zuerst im Golf von Argolida auf dem Peloponnes schwimmen lernte bevor ich mich zum ersten Mal auf Skis wagte (wobei ich meinen Arm brach und seither die Finger davon gelassen habe).

Meinen Bachelor absolvierte ich in Internationalen Beziehungen in Genf. Nach dem Abschluss wollte ich mich in einer Region spezialisieren. Erstaunt ob der Ignoranz gegenüber unseren unmittelbaren Nachbarn und dem Fokus auf die Zweitelung Globaler Norden / Globaler Süden, welche das ehemals sozialistische Europa ausser Acht lässt, entschied ich mich, mich in einem MPhil in Russland- und Osteuropastudien an der Universität Oxford auf diese Region zu fokusieren. Ein grosszügiges Stipendium der Berrow Stiftung machte das möglich. Zur Vorbereitung verbrachte ich ein Zwischenjahr mit einem Praktikum auf der Schweizer Botschaft in der Slowakei und mit einem Russischkurs in Belarus.

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Mein MPhil fiel genau in die Zeit, als Politolog*innen nicht mehr von demokratischer Transformation sondern von zunehmendem Autoritarismus in der Region sprachen. Ich realisierte, dass diese Entwicklung Hand in Hand mit einem Rückschlag gegen Frauenrechte, Feminist*innen und die sogenannte "Gender Ideologie" einherging und entschloss, dieses Zusammenspiel in einem DPhil in Politikwissenschaft in Oxford zu ergründen. Zwischen langer Feldforschung in Russland und Serbien, mehreren wissenschaftlichen Residenzen im Ausland und Lehraufträgen in Oxford, schrieb ich die Dissertation in London.

In die Schweiz zurückzukehren nach sieben Jahr im Ausland und vier davon in der Megalopolis London war auch ein bisschen einschüchternd. Ein Schlüsselmoment für diese Entscheidung war der Frauenstreik im Juni 2019, wofür ich extra in die Heimat kam. Es fühlte sich wie ein Ruf an: zurückzukommen und sich in die Reihe der feministischen Forscher*innen und Aktivist*innen im eigenen Land stellen. Es mag nicht das kosmopolitische London sein, aber es hat ein anderes Markenzeichen: es fühlt sich nach Zuhause an.